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Trip ab Signal de Botrange
entlang Cascade du Bayehon
hinauf zum Hohen Venn
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Info
Rund-Wanderung ab Signal de Botrange entlang 'Cascade du Bayehon' hinauf durch das Hohe Venn, Belgien. Die Wanderung erstreckte sich über ca. 20 km.


Kurzfassung (Short), Länge 3 Minuten

Beschreibung
Die Wanderung führt mich entlang und durch das Hohe Venn auf einsamen und verlassenen Pfaden zum höchsten Punkt Belgiens „Signal de Botrange“ auf 700 Meter Höhe. Vorbei an wilden Wasserläufen mit Wasserfällen, auf Stegen durch das Hohe Fenn. Ein abenteuerliches Erlebnis fernab jeglicher Zivilisation.

Also willkommen am Signal de Botrange, 694 Meter über Null – dem Dach Belgiens. Von hier starte ich den circa 20 Kilometer langen Rundkurs durch das Hohe Fenn.

Das Problem heute ist nicht nur die Distanz sondern die schwere der Wanderung, ohne breite Wege, sondern schlammige und matschige Pfade und rutschige teils kaputte Stege.

Hinter mir liegt Baraque Michel, ein weiterer markanter Startpunkt.

Dieser Wald ist ein einziger, kalter, grüner Tunnel. Der Boden unter mir ist eine tückische Mischung aus weichem Moos und knorrigen, versteckten Baumwurzeln, über die ich stolpere, während ich vorwärts dränge.

Der Weg ist kaum ein sichtbarer Pfad, mehr eine Ahnung von einer Lücke zwischen den Bäumen, eng und überwuchert von Farnen, die wie kalte, feuchte Hände an meinen Beinen zerren.

Man hört das Knistern von Kiefernnadeln und kleinen Ästen, die links und rechts im Wald zerbrechen. Dahinter, natürlich eingebildet, immer einen Flügelschlag entfernt, die Geräusche der Verfolgung: das dumpfe, unaufhaltsame Krachen von Schritten oder das leise, aber unerbittliche Rascheln, das darauf hindeutet, dass die Distanz nicht groß genug ist.

Das Licht ist gesprenkelt und flackernd, nur dünne, silberne Streifen dringen durch das dichte Blätterdach, was die Umgebung in ein verwirrendes Mosaik aus Licht und Schatten taucht. Jeder Schatten scheint sich zu bewegen, jeder Baumstamm sieht im Augenwinkel wie ein wartender Beobachter aus. Die Luft ist kalt und riecht intensiv nach feuchter Erde, Pilzen und Panik.

Die Welt ist auf das Jetzt reduziert: Gehen, Atmen, Stolpern. Es gibt keine Zukunft, nur den nächsten Baum, die nächste Weg-Gabelung, die man erreichen muss, bevor man eingeholt wird. Es ist ein Zustand der reinen Natur.

Das Hohe Fenn ist eine einzigartige und faszinierende Hoch-Moorlandschaft in Belgien, direkt an der Grenze zu Deutschland und oberhalb von Eupen, Spa und Malmedy.

Eine Wanderung auf den charakteristischen Holzstegen ist das schönste und intensivste Erlebnis dort.

Du betrittst das Moor und unmittelbar ändert sich die Welt. Die Landschaft ist weit und offen, doch gleichzeitig intim. Die Luft ist kühl, feucht und riecht intensiv nach Torf, nasser Erde und dem harzigen Duft von vereinzelten Moorbirken und Fichten.

Der Himmel scheint hier riesig, und das Licht, ob sonnig oder gedämpft, taucht die Szenerie in melancholische, tiefe Farben. Im Herbst ist das typische Pfeifengras rostbraun bis goldgelb, ein wunderschöner Kontrast zu den dunkelgrünen Moorflächen.

Nach einer kurzen Pause in der Schutzhütte geht es ab hier steil den Berg hinauf durch einen offenen Fichtenwald.

Der Pfad führt mich weiter auf den Holzstegen.

Unter deinen Füßen knarren und federn die Holzplanken leicht. Man spürt die besondere Notwendigkeit, achtsam zu sein, denn rechts und links erstreckt sich die empfindliche, nasse und schützenswerte Moorfläche – die so genannte „D-Zone“, die nicht betreten werden darf.

Die Stege heben mich teilweise behutsam über den nassen, schwammartigen Untergrund. Man wandert sozusagen über das Moor, statt durch es. Das ermöglicht einen einzigartigen Blick auf die spezialisierte Moorflora, wie den fleischfressenden Sonnentau oder das weiße, flaumige Wollgras, das im Frühsommer blüht.

Abgesehen vom leisen Knarzen der Planken, herrscht eine tiefgreifende Stille. Man hört das ferne Glucksen kleiner Bäche, das Rauschen des Windes in den mageren Baumgruppen und ab und zu nur den Ruf eines Vogels. Es ist eine Ruhe, die in den meisten Wäldern Mitteleuropas selten geworden ist.

Dieser unendlich lang erscheinender Steg führt mich zurück zum Start, weiter durch die offenen Moorflächen. Weite, karge Heideflächen mit niedriger Vegetation. Hier weht der Wind ungehindert und die Landschaft erinnert fast an eine Tundra.

Ich durchquerte dichte Abschnitte mit knorrigen, oft windschiefen Fichten- oder Birkenwäldern, die oft wie ein Märchenwald wirken. Das Licht wurde plötzlich gesprenkelt und die feuchte Kühle des Moors wich einer erdigen Waldluft.

Immer wieder überquerte ich kleine, oft dunkelbraun gefärbte Moorwasserläufe.

Entlang der Stege sah man die einzigartige Geologie und Ökologie dieses letzten Hochmoores Europas...



Langfassung (Original))

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